Geschichte

Parade


Die Anfänge der Karlsruher Bürgerwehr liegen in den Jahren kurz nach der Stadtgründung. Wie in allen Städten wurden beherzte Bürger gebraucht, um ihre Stadt vor Plünderern, Feuersbrunst und sonstigem Unheil zu schützen. Hier in Karlsruhe gehen die Wurzeln zurück auf die bereits 1721 gegründete Schützengesellschaft.

1794 bildete sich eine zweite bürgerliche Schützengemeinschaft, die sich jedoch bald mit der bestehenden von 1721 vereinigte und dort die 1. Kompanie des bewaffneten Bürgerkorps bildete.
Gemäß Verfügung des Oberamtes vom 30. Dezember 1805 durfte in Karlsruhe kein junger Bürger in das Bürgerbuch eingeschrieben oder ihm der Bürgerschein erteilt werden, ehe er sich bei einer der vier uniformierten „Bürgerkompagnien“ hatte einschreiben lassen. Er hatte sich dann in vollständiger Uniform vor dem Bürgermeister und Stadtrat vorzustellen. Es wurde ihm vorher auch kein Meisterbrief und keine Heiratserlaubnis erteilt.

1848 bestand die Karlsruher Bürgerwehr aus über 2.600 Mann und trug die Uniform der leichten Infanterie und Jäger im Stil des 19. Jahrhunderts, auch als die Scharfschützenabteilung im Mai 1849 das Zeughaus und Waffendepot gegen das „zusammengeströmte fremde Volk und lichtscheue Gesindel“ verteidigte und so die Stadt vor Anarchie und Plünderung bewahrte. Dieses beherzte Handeln führte dazu, dass die Schützengesellschaft und Bürgerwehr 1852 nicht, wie viele andere in Baden aufgelöst und verboten wurde – nein, ihre Mitglieder durften ihre Waffen und Munition behalten und der Fortbestand wurde ihnen zugesichert. Durch die Umorganisationen von Stadt und Staat, die die Schutzaufgaben der freiwilligen Bürgerwehren Stück für Stück übernommen hatten, war sie in den folgenden Jahren nur noch im Schießsport aktiv.

1930 kam es zu einer erneuten Umorganisation dieser Heimattruppe, diesmal als eingetragener Verein, der sich der Pflege heimatlichen Brauchtums widmete. Der Ausbruch des Zweiten Weltkrieges führte jedoch zu einer stillschweigenden Auflösung.

Erneut wurde der Gedanke einer historischen Bürgerwehr in Karlsruhe am 14. Februar 1964 Wirklichkeit. Wieder ist es die leichte Jägeruniform, die getragen wird und 1978 kommt sogar eine Frauengruppe, gekleidet in die Mode der Biedermeierzeit, hinzu. Die Karlsruher Bürgerwehr mit Biedermeiergruppe ist gern gesehener Gast bei vielen historischen Festen in Nah und Fern.

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